Neandertaler-Debatte

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07 Mär 2016 08:11 #11 von Jupiterl
Jupiterl antwortete auf das Thema: Neandertaler-Debatte
Neandertaler nutzen Chemie zum Feuermachen

Wahrscheinlich haben Menschen bzw. ihre Vorfahren bereits seit hunderttausenden Jahren das Feuer für ihre Zwecke eingesetzt.

Für Europa gelten rund 400.000 Jahre alte Fundstellen in England, Südfrankreich und Ungarn als die frühesten gesicherten Zeugnisse für die Nutzung des Feuers. Vermutlich waren es Neandertaler, die damals das Feuer systematisch eingesetzt haben. Wie sie die Flammen aber in Gang gesetzt haben, war lange nicht so ganz klar, denn einfach ist das ohne moderne Hilfsmittel nicht. Forscher um Marie Soressi von der Universität Leiden vermuten auf Basis von entsprechenden Funden, dass sich unsere nahen Verwandten die Sache mit dem Feuermachen chemisch erleichtert haben: Das an vielen Neandertaler-Fundstätten entdeckte Mineral Mangandioxid war bisher immer als Mittel zum Färben interpretiert worden. Da Mangandioxid die Temperatur, bei der sich Holz entzündet, um bis zu 100 Grad senken kann und die Substanz fast immer rund um Feuerstellen entdeckt wurde, glauben Soressi und ihre Kollegen, dass die Neandertaler damit ihre Flammen schneller in Gang gebracht haben.

Quelle:
derstandard.at/2000030202693/Praehistorische-Handabdruecke-stammen-nicht-von-Menschen
Es bedanken sich: Carolus
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02 Mai 2016 00:03 #12 von Jupiterl
Jupiterl antwortete auf das Thema: Neandertaler-Debatte
Wurde den Neandertalern ihr Speiseplan zum Verhängnis?
1. Mai 2016, 18:33

Der Homo neanderthalensis dürfte seine Ernährung stark an jeweilige Umweltbedingungen angepasst haben. Der Homo sapiens wurde hingegen immer unabhängiger

Tübingen – Über Hunderttausende von Jahren entwickelte sich die Linie der Neandertaler erfolgreich im westlichen Eurasien und überlebte die stark wechselnden kälteren und milderen Zyklen der Eiszeit. Vor rund 40.000 Jahren, auf dem Höhepunkt der letzten Kaltzeit und der ersten Einwanderung moderner Menschen nach Europa, verschwanden sie.

Was genau zu ihrem Niedergang führte, ist bis heute nicht geklärt. Forscher um Sireen El Zaatari von der Universität Tübingen sind nun der Frage nachgegangen, welche Rolle Ernährungsstrategien gespielt haben könnten. Dazu analysierten sie Mikroabnutzungsspuren an fossilen Backenzähne von Neandertalern und jungpaläolithischen Menschen und zogen daraus Rückschlüsse auf deren Speiseplan und das zu jeder Zeit herrschende Klima.

Wie die Forscher in "Plos One" berichten, zeigten sich dabei deutliche Unterschiede: Die Neandertaler passten ihre Ernährung stets an Umweltveränderungen an, während der Homo sapiens sich auch um schwerer verfügbare Nahrung bemühte. Bei ihnen waren Änderungen möglicherweise stärker von der Nutzung neuer Technologien als von Umwelteinflüssen geprägt.

Weiteres:
derstandard.at/2000035937126/Den-Neandertalern-koennte-ihr-Speiseplan-zum-Verhaengnis-geworden-sein

dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0153277
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31 Mär 2017 15:35 - 31 Mär 2017 15:37 #13 von Jupiterl
Jupiterl antwortete auf das Thema: Neandertaler-Debatte
Wie dachte der Neandertaler?

Vor 30.000 Jahren ist der Neandertaler ausgestorben, über seine geistigen Fähigkeiten debattieren Forscher bis heute. Gravuren an Vogelknochen legen nahe: Homo neandertalensis war ein symbolisch begabtes Wesen - ähnlich wie der moderne Mensch.

Das Klischeebild vom tumben Neandertaler, der dem modernen Menschen geistig hoffnungslos unterlagen war, hat längst ausgedient. Archäologen können mittlerweile durch Dutzende Funde belegen, dass der Neandertaler bereits vor dem Kontakt mit dem modernen Menschen Feuer zu kontrollieren imstande war, Antibiotika und Schmerzmittel zu sich nahm und einen breit gefächerten Speiseplan besaß - der, je nach Angebot, von Fisch über Säugetiere und Vögel bis hin zu Pilzen, Moos und Knollen reichte. Letzteres deutet auf ökologische Anpassungsfähigkeit hin, man könnte auch sagen: auf technologische Wendigkeit.

Kulturelle Spurensuche
Was das Denken des Neandertalers betrifft, ist die Sache ein wenig schwieriger. Erstens, weil es unter Forschern keinen Konsens darüber gibt, wie er dachte. Manche sind der Ansicht, er sei uns sehr ähnlich gewesen, andere vertreten die Position, er habe eine völlig andere, uns letztlich unzugängliche Form der Kognition entwickelt. Und zweitens, weil solche Zuschreibungen ohnehin kaum widerlegbar sind. Wie kann man vom archäologischen Fundstück auf die geistige Verfassung des Besitzers schließen?

Einen Versuch in diese Richtung hat nun die serbische Anthropologin Ana Majkic unternommen: Sie und ihre Kollegen untersuchten einen gut 40.000 Jahre alten Rabenknochen, den Forscher in einem Felsvorsprung auf der Krim entdeckt hatten. Dieser gehört zum archäologischen Fundus der sogenannten Zaskalnay-Neandertaler und ist unter den Tierknochen dieses Fundortes insofern etwas Besonderes, als darauf acht regelmäßige Einkerbungen vorhanden sind.

Weiteres:
science.orf.at/stories/2833481/

dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0173435
Letzte Änderung: 31 Mär 2017 15:37 von Jupiterl.
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