Einloggen







Willkommen, Gast
Benutzername: Passwort: Angemeldet bleiben:
Baum

THEMA: ÖAW - Österreichische Akademie der Wissenschaften

ÖAW - Österreichische Akademie der Wissenschaften 04 Nov 2011 18:08 #913

Akademie der Wissenschaften: Kürzung und Konzentration
04. November 2011 17:54
Helmut Denk wird den Gürtel der ÖAW ab 2012 deutlich enger schnallen müssen.

n der ÖAW bleibt ab sofort kaum ein Stein auf dem anderen: Die Gelehrtengesellschaft muss mehr als zehn Millionen jährlich einsparen und bis zu 300 Mitarbeiter entlassen
Wien - Das Wort "Revolution" fiel am Freitagvormittag in der altehrwürdigen Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) nicht nur einmal. Tatsächlich handelt es sich bei der Leistungsvereinbarung (LV), die am Freitag zwischen der Akademie der Wissenschaften und dem Wissenschaftsministerium unterzeichnet wurde, um die wohl markanteste Zäsur in der langen Geschichte der Gelehrtengesellschaft.

Weiteres:
derstandard.at/1319182024608/Akademie-de...ng-und-Konzentration

Haben wir auch schon lustigeres gelesen. Ist das das Gegengewicht zum Bildungs-Volksbegehren?
  • Jupiterl
  • Jupiterls Avatar
  • OFFLINE
  • Platinum Boarder
  • Beiträge: 407
  • Dank erhalten: 105
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Majestix

ÖAW - Österreichische Akademie der Wissenschaften 04 Nov 2011 21:52 #916

Damit wir auch den Weg hin zur "Umkremplerei" nachvollziehen können, gibt es hier nun den einschlägigen, ca. 50 Seiten starken ÖAW-Thread aus dem aAF:
ArchäologieForum > Forschungspolitik > ÖAW - Österreichische Akademie der Wissenschaften
Anhang:
  • Anhang Dieser Anhang ist für Gäste unsichtbar. Bitte melde dich an (oder registriere dich) um ihn zu sehen.
  • archaeologieforum.at
  • archaeologieforum.ats Avatar
  • OFFLINE
  • Administrator
  • Ich war einmal ... wichtig ;-)
  • Beiträge: 100
  • Dank erhalten: 26
archaeologieforum.at war super, aber archäologieforum.org gräbt tiefer!
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.

Aw: ÖAW wird umgekrempelt 06 Nov 2011 19:26 #934

Leistungsvereinbarung für die Akademie

Erstmals wird es - wie für die Universitäten schon üblich - auch für die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) eine Leistungsvereinbarung mit dem Bund geben. Während der Wissenschaftsminister die Planungssicherheit lobt, befürchtet der Betriebsrat Kündigungen.

Kategorie: Forschungspolitik Erstellt am 04.11.2011.
==Betriebsrat befürchtet Institutsschließungen und Kündigungen==
Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) und ÖAW )-Präsident Helmut Denk unterschrieben heute einen entsprechenden Vertrag für die Jahre 2012 bis 2014. Während Töchterle bei einer Pressekonferenz die Planungs- und Finanzierungssicherheit für die Akademie hervorhob, wies Denk auf die damit einhergehende "reale Kürzung" hin. Laut ÖAW-Betriebsrat sind Institutsschließungen und Kündigungen vorgesehen.

Für Töchterle bietet die Leistungsvereinbarung den Vorteil einer "klaren, wenn auch losen Steuerung und Verantwortung". Ziel sei einerseits eine nachhaltige Finanzierung, aber auch eine "Durchforstung und Straffung der gesamten Einrichtungen der Akademie" sowie eine "möglichst optimale Nutzung aller Ressourcen".



science.orf.at/stories/1690145/
  • Jupiterl
  • Jupiterls Avatar
  • OFFLINE
  • Platinum Boarder
  • Beiträge: 407
  • Dank erhalten: 105
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.

Aw: ÖAW wird umgekrempelt 14 Nov 2011 21:39 #978

Nur folgerichtig, dass sich die an der ÖAW Beschäftigten wehren. Sie tun das mit einer Petition, zu deren Unterzeichnung sie jetzt aufrufen: Bedrohung des Forschungsstandortes Österreich

Es ist für mich keine Frage, diese Initiative zu unterstützen, denn der geplante drastische Eingriff würde mit Sicherheit nicht zuletzt die Geisteswissenschaften treffen. Es dürfen keine weiteren Einschnitte hingenommen werden und die verhängnisvolle Tendenz des Krankschrumpfens muss aufhören.

Ich rufe alle dazu auf, die Petition zu unterzeichnen.
  • Karl
  • Karls Avatar
  • OFFLINE
  • Platinum Boarder
  • Ich will kein "Gold Boarder" sein!
  • Beiträge: 420
  • Dank erhalten: 76
Dem IÖAF beitreten!
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Majestix

apropos ÖAW - Wer evaluiert eigentlich die Parteiakademien? 15 Nov 2011 22:25 #988

Kahlschlag bei Akademie der Wissenschaften

Wer evaluiert eigentlich die Parteiakademien?

Der Konflikt um die Budgetkürzungen bei der Akademie der Wissenschaften im Lichte der österreichischen Spitzenleistungen bei der Parteienförderung: Plädoyer für interakademische Solidarität in Zeiten der Krise - von Christoph Landerer

Es ist ein idyllischer Ort: "Wer das 40.000 Quadratmeter große Areal betritt, lässt den Großstadttrubel hinter sich, findet sich in einer Geist und Körper belebenden Grünoase wieder: in einem mystischen, von zahllosen Eichkätzchen bewohnten, riesigen Park, der an den Oberstgartenmeister von Kaiserin Maria Theresia erinnert." Die Rede ist von einer Akademie - allerdings nicht von der von Kahlschlag bedrohten Österreichischen Akademie der Wissenschaften, sondern von der "politischen Akademie", der Parteiakademie der ÖVP.

Im Budget jener anderen Akademie hat sich als Folge einer kürzlich getroffenen "Leistungsvereinbarung" mit dem Wissenschaftsministerium bereits für das nächste Jahr eine Finanzierungslücke von elf bis zwölf Millionen Euro (entsprechend 300 von derzeit insgesamt etwa 900 Vollzeitstellen) aufgetan. Auch exzellent evaluierte Institute stehen so vor der Schließung. Die öffentliche Förderung der Parteiakademien (wer evaluiert eigentlich Parteiakademien?) beträgt aktuell knapp über elf Millionen Euro. Eine Milchmädchenrechnung? Gewiss. Aber eine, für die gute Gründe sprechen.

Umverteilung ...

Damit zur Ausgangslage: In Zeiten einer sich verschärfenden Wirtschaftskrise wird der Wettbewerb um öffentliche Mittel härter, der Rechtfertigungsdruck für den Mitteleinsatz steigt. Staatliche Ausgaben müssen gekürzt, Gürtel enger geschnallt, Institutionen schlanker aufgestellt werden. Allenfalls für Bildung und Forschung, so wird versichert, könne es zusätzliche Mittel geben. Die Botschaft hört man wohl, man hörte sie schön öfter.

Dabei fehlt es sicher nicht am guten Willen, oder jedenfalls nicht an den entsprechenden Worten, Ankündigungen und Zielen. Bis 2020, so will es die Bundesregierung, soll Österreich seine Forschungsausgaben so weit steigern, dass das Land zur Forschungs-Weltspitze aufschließen kann. Tatsächlich schlug sich die heimische Forschung bisher gar nicht so schlecht. Aber die Forschungsquote kommt nicht vom Fleck - allein bis zum Jahr 2015 fehlen 420 Millionen. Den notorisch unterdotierten Universitäten werden immer neue Lasten aufgebürdet, zahlreiche außeruniversitäre Forschungseinrichtungen mussten schließen, das Budget des FWF stagniert und ist ab 2014 von Kürzung bedroht. Hannes Androsch, Vorsitzender des Rats für Forschung und Technologieentwicklung, bringt die Situation in ein treffendes Bild: "Es ist, als würden wir eine Dose nur vor uns her kicken".

Nun kann man freilich in Zeiten einer unsicheren Wirtschaftsentwicklung nicht erwarten, dass forschungspolitische Bäume in den Himmel wachsen. Dauert die Krise an, so müssen alle Bereiche des öffentlichen Lebens nach Einsparungsmöglichkeiten durchforstet werden. Was also liegt näher, als die notwendigen schmerzlichen Einschnitte zunächst dort vorzunehmen, wo Österreich nicht nur längst zur Weltspitze zählt, sondern diesen Spitzenplatz auch beharrlich verteidigt? Es sind dies - erraten - die Ausgaben zur Förderung der politischen Parteien.

Bis heute leistet sich Österreich eines der teuersten Parteifördersysteme der westlichen Welt. Allein die staatliche Direktförderung lag 2009 über jener in Deutschland - in absoluten Zahlen, wohlgemerkt. Kombiniert wird diese fürstliche Finanzausstattung mit ebenso großzügigen Regelungen für die Offenlegung von Spenden. Eine schwedische Studie ermittelte für Österreich einen Transparenzwert von exakt null - und damit den letzten Platz aller untersuchten Staaten, inklusive Albanien und Bangladesch. Franz Fiedler, Vorsitzender von Transparency International Österreich, sieht in den österreichischen Regelungen ein "Einfallstor für Korruption".

Dass politische Parteien einer staatlichen Unterstützung bedürfen, ist unbestritten, aber der Nutzen hoher Förderungen bleibt fraglich, auch und vor allem in Zeiten der Krise. Je opulenter staatliche Zahlungen hier ausfallen, desto stärker dehnt sich auch der Einfluss der Apparate aus, desto mehr Pfründen und Besitzstände gilt es abzusichern, desto unflexibler lässt sich auf neue Herausforderungen reagieren. Der deutsche Politologe Karl-Heinz Naßmacher hat vor weniger Jahren Indexwerte ermittelt, um die unterschiedlichen Förderleistungen in Relation zu Wirtschaftsleistung und Bevölkerungsstärke zu vergleichen. Österreich kam mit einem Indexwert von 2.66 auf Platz zwei, knapp hinter Spitzenreiter Japan (2.7), und noch vor Israel und Italien. Länder wie die Niederlande, Dänemark, Kanada oder die Schweiz dagegen rangieren (mit Indexwerten zwischen 0.22 und 0.46) am anderen Ende der Skala. Die Studie weckt den Verdacht, dass hohe Parteiaufwendungen nur schwach mit "good governance" korrelieren, stark dafür mit Korruptionsanfälligkeit und Reformstarre.

... einmal anders

Jeder aufrechte Demokrat wird der ÖVP ihr Springer-Schlössl samt mystischem Park, Oberstgartenmeister und Eichkätzchen gönnen, der SPÖ das nicht minder üppig ausgestattete Renner-Institut, den Grünen ihre Bildungswerkstatt und den Freiheitlichen ihre blauen und orangen Akademien. Fortbildungsstätten sind ein wesentliches Element zur Erhaltung der Qualität politischer Arbeit. Gerade deshalb sollte den Parteien daran gelegen sein, in diese Qualität zu investieren. Man muss die Kürzungen ja nicht ausgerechnet dort vornehmen.

Ist es ungehörig, wenn man erwartet oder zumindest appelliert, dass die österreichischen Parteien ihre Akademien - wie in vielen anderen Ländern Europas üblich - aus ihrer ohnehin üppigen Zivilliste finanzieren und diese Mittel für die Forschung freigeben? Es handelt sich um drei bis vier Prozent der Gesamteinnahmen (2009), jedenfalls der offiziell deklarierten. Immerhin könnten sie auf diese Weise - zugegebenermaßen naiv gedacht - öffentlichkeitswirksam in Zukunft investieren und einen Eigenbeitrag in Zeiten der Krise leisten. Weltspitze bleiben sie ohnehin. (Christoph Landerer, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.11.2011)

CHRISTOPH LANDERER, Psychologe und Publizist, leitet derzeit ein FWF-Projekt in Salzburg.

derstandard.at/1319182925391/Kahlschlag-...-die-Parteiakademien
  • Muse
  • Muses Avatar
  • OFFLINE
  • Moderator
  • Beiträge: 53
  • Dank erhalten: 30
Letzte Änderung: 15 Nov 2011 22:31 von Muse.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: trendinger

Aw: ÖAW - Österreichische Akademie der Wissenschaften 16 Nov 2011 13:02 #995

Muse schrieb:
Kahlschlag bei Akademie der Wissenschaften

Ein mit nachdenklich machenden Fakten versehener Beitrag zur drohenden "Herabstufung" der ÖAW jetzt unter derstandard.at/1319182909175/Einschnitte...t-ungewissem-Ausgang
  • Karl
  • Karls Avatar
  • OFFLINE
  • Platinum Boarder
  • Ich will kein "Gold Boarder" sein!
  • Beiträge: 420
  • Dank erhalten: 76
Dem IÖAF beitreten!
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.

Aw: ÖAW - Österreichische Akademie der Wissenschaften 02 Jan 2012 16:01 #1366

  • Karl
  • Karls Avatar
  • OFFLINE
  • Platinum Boarder
  • Ich will kein "Gold Boarder" sein!
  • Beiträge: 420
  • Dank erhalten: 76
Dem IÖAF beitreten!
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.

Aw: ÖAW - Österreichische Akademie der Wissenschaften 21 Feb 2012 10:20 #1770

ÖAW steht unter Sparzwang und sieht eine "völlig ungerechtfertigte Bevorzugung" des Institute of Science and Technology durch das Wissenschaftsministerium

derstandard.at/1329703134596/Foerderzusa...h-ungleich-behandelt
  • Karl
  • Karls Avatar
  • OFFLINE
  • Platinum Boarder
  • Ich will kein "Gold Boarder" sein!
  • Beiträge: 420
  • Dank erhalten: 76
Dem IÖAF beitreten!
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.

Aw: ÖAW - Österreichische Akademie der Wissenschaften 07 Mär 2012 15:57 #1831

Akademie der Wissenschaften verliert ihren Finanzdirektor

derstandard.at/1330390658040/Akademie-de...ihren-Finanzdirektor
  • Jahelle
  • Jahelles Avatar
  • OFFLINE
  • Platinum Boarder
  • Für die Königin! Für Rondra!
  • Beiträge: 387
  • Dank erhalten: 156
Where is the horse and the rider? Where is the horn that was blowing?
They have passed like rain on the mountain, like wind in the meadow.
The days have gone down in the West behind the hills into shadow.
How did it come to this?
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Majestix

Aw: ÖAW - Österreichische Akademie der Wissenschaften 07 Mär 2012 20:49 #1834

"Akademie der Wissenschaften verliert ihren Finanzdirektor" ist im vorliegenden Fall ein zuckersüsser Euphemismus! Ja wo is er denn jetzt, der verloren Gegangene? Das beste an diesem Standard-Artikel sind die nachfolgenden 3 Diskussionsbeiträge!

Übrigens, believe it or not: Die ÖAW zahlt an "Der Standard" eine Fördersumme für Presseberichte über die Forschungsleistungen (or so!?) der ÖAW.

Funktioniert die ÖAW (im Jahr 2012) eigentlich nach dem System Putin oder doch eher nach dem System Breschnjew? :(
  • Majestix
  • Majestixs Avatar
  • OFFLINE
  • "Senior Boarder" - > 40 Beiträge
  • Beiträge: 51
  • Dank erhalten: 24
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Jahelle
Baum