Aus dem Arbeitsalltag von vier Archäologen

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07 Apr 2016 14:36 - 07 Apr 2016 14:39 #1 von Jupiterl
Jupiterl erstellte das Thema Aus dem Arbeitsalltag von vier Archäologen
Aus dem Arbeitsalltag von vier Archäologen
BLOG
MICHAELA BINDER
7. April 2016, 12:24

Nach Amara West geht es weiter: Michaela Binder versammelt im STANDARD-Blog Kerstin Kowarik, Hans Reschreiter und Petra Schneidhofer. Die Wissenschafter geben Einblick in Alltag und Forschungsprojekte von Ephesos über Hallstatt bis Stonehenge

Aufgrund des Erfolges meines Blogs, in dem ich von den laufenden Ausgrabungsarbeiten an der archäologischen Fundstelle von Amara West im Sudan berichtete, habe ich mich entschlossen, diesen fortzuführen – jedoch in einem etwas anderen Format. Archäologie umfasst nicht nur die Feldarbeit – im Gegenteil, diese macht nur einen kleinen Teil unserer eigentlichen Tätigkeit aus. Die Fundobjekte und die Dokumentation der Fundumstände müssen wissenschaftlich ausgewertet, die Objekte versorgt und oft auch restauriert werden. Hinzu kommt die Präsentation von Ergebnissen in Form von Ausstellungen, Vorträgen oder wissenschaftlichen Veröffentlichungen.

Diese Arbeiten finden in wissenschaftlichen Institutionen, in Museen oder an Universitäten statt. Wer nun an staubige Bibliotheken und Archive denkt, irrt. Der Archäologie stehen heute zahlreiche moderne technische und wissenschaftliche Mittel und Methoden zur Verfügung, die immer detailliertere Informationen über das Leben der Menschen in der Vergangenheit liefern können. Gerade Österreich verfügt hier über ein hohes Know-how, eine Vielzahl führender Expertinnen und Experten sowie zahlreiche spannende Forschungsprojekte, über die jedoch oft sehr wenig in der Öffentlichkeit bekannt ist.

Und genau in dieses breite Spektrum an Möglichkeiten wird dieser Blog ab sofort Einblicke ermöglichen. Gemeinsam mit zwei Kolleginnen und einem Kollegen, die sich im Folgenden selbst vorstellen, werden wir abwechselnd aus dem Arbeitsalltag und über laufende Forschungsprojekte an verschiedenen wissenschaftlichen Institutionen und Museen in Österreich berichten. Darüber hinaus werden immer wieder Gastblogger über ihre Arbeiten informieren. Zu Feldarbeiten, die in den kommenden Monaten unter anderem in Hallstatt, Ephesos oder Podersdorf am Neusiedler See stattfinden werden, wird es Schwerpunkte ähnlich der Zeit in Amara West geben. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen und freuen uns über Anregungen und Feedback!

Wir, das sind: Michaela Binder, Kerstin Kowarik, Hans Reschreiter, Petra Schneidhofer,

Weiteres:
derstandard.at/2000034319142/Aus-dem-Arbeitsalltag-vierer-Archaeologen-von-Ephesos-ueber-Hallstatt-bis
Letzte Änderung: 07 Apr 2016 14:39 von Jupiterl. Begründung: Namen
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19 Mai 2016 08:50 #2 von Jupiterl
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Warum man(che) Archäologin wird: Sonnenaufgang über Stonehenge
BLOG PETRA SCHNEIDHOFER
19. Mai 2016, 06:00

Die Fundstelle in Südengland ist Unesco-Weltkulturerbe, neolithische Ikone und das archäologische Monument schlechthin. Auch für Archäologen ist die Arbeit dort streng reglementiert

Als wir an einem Februartag um 5:30 Uhr morgens mit unserem Bodenradar "Mira 1" über einen Feldweg auf Stonehenge zufahren, bin ich leicht angespannt. Die Erlaubnis dafür, als erstes Team den Bereich innerhalb des Steinkreises mittels motorisierten geophysikalischen Messgeräten zu untersuchen, haben wir erst am Tag davor von der englischen Denkmalschutzbehörde, "Historic England", erhalten und eigentlich schon gar nicht mehr damit gerechnet. Es ist stockdunkel und mir ist eiskalt – die Temperaturen sind mit -5° C ungewöhnlich niedrig für Südengland.

Aber der Reihe nach. Vergangenen Herbst fragt mich mein Kollege Klaus Löcker, ob ich im Februar Zeit für drei Wochen Prospektion in Stonehenge hätte. Sicher, antworte ich betont lässig, setze mich wieder an meinen Schreibtisch und grinse den restlichen Tag vor mich hin. In Stonehenge zu arbeiten, ist für Archäologen ein bisschen so wie als österreichischer Fußballnationalspieler zur EM-Endrunde zu fahren. Nicht, dass Archäologen auf anderen Fundstellen nicht ebenso Bedeutendes leisten, aber Stonehenge ist nun mal Stonehenge: Unesco-Weltkulturerbe, neolithische Ikone, vor allem aber für viele das archäologische Monument schlechthin. Darum ist auch alles, was mit Stonehenge zu tun hat, streng reglementiert, um diesen besonderen Ort der Menschheitsgeschichte möglichst ungestört zu erhalten. Dazu gehört eine absolute Flugverbotszone ebenso wie die durchgehende Bewachung des Geländes und geordnete Besucherströme.

Weiteres:
derstandard.at/2000037194006/Warum-manche-Archaeologin-wird-Sonnenaufgang-ueber-Stonehenge
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27 Mai 2016 09:40 #3 von Jupiterl
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China: Reich an Fundstätten, aber wenige Archäologen
BLOG
MICHAELA BINDER
27. Mai 2016, 07:00

Auf Konferenzreise bietet es sich an, zumindest ein paar der zahllosen archäologischen und kulturellen Stätten des Landes zu besuchen. Etwa das Mausoleum des Kaisers Qin Shi Huang mit seinen Terrakottakriegern Die nächsten beiden Beiträge kommen wieder aus einer etwas exotischeren Gegend, jedoch diesmal nicht von einer laufenden Grabung wie in Amara West, sondern von einer Konferenzreise. Auch das ist Teil des wissenschaftlichen Alltags, doch selten hat man das Glück, dass es einen nach China verschlägt. Gemeinsam mit den Bloggern Hans Reschreiter und Kerstin Kowarik sowie einigen weiteren Wiener Kolleginnen und Kollegen ging es vergangene Woche zur zweiten internationalen Konferenz "Archaeology and Conservation along the Silk Road" nach Nanjing. Organisiert wurde die Konferenz von der Universität Nanjing in Kooperation mit meiner Arbeitsstelle, dem ÖAI, der Universität für angewandte Kunst in Wien sowie dem Eurasia-Pacific University Network.

Kontakte zwischen Ost und West
Entsprechend dem Titel waren Kontakte zwischen Ost und West zentrales Thema der Konferenz, sowohl in den Präsentationen als auch abseits davon. 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus China, Russland, dem Iran, England, Deutschland und Österreich berichteten zwei Tage lang über ein breites Spektrum an archäologischer Forschung sowie Restaurierung und Konservierung von Bodenfunden, Textilen, Büchern und Wandmalereien an Fundstätten zwischen Nanjing im äußersten Osten und Ephesos am westlichen Ende der Seidenstraße

Weiteres:
derstandard.at/2000037656823/ChinaWenige-Archaeologen-viele-Fundstaetten
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