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Moel y Gaer Llanbedr Dyffryn Clwyd 2009 - Fundverzeichnis

Bewertung:  / 6
SchwachSuper 

Fundverzeichnis

Die folgenden Funde wurden während der Grabung entdeckt:

Fundnr.

CN

Material

Beschreibung

1

1

Stein

Gerundeter Schotterstein (möglicherweise Schleuderstein?); eckiges Stück weißer Quarz

2

6

Metall

Neuzeitliche Konservendose, stark korrodiert und deformiert (Eisen?)

3

4

Stein

Fragmente von weißem Quarz

4

4

Stein

Flacher, rundlicher Schotterstein

5

4

Stein

Rundlicher Schotterstein

6

9

Stein

Stücke weißen Quarzes

7

4

Stein

Stücke weißen Quarzes

8

9

Schlacke

Kleines, flaches Stück, möglicherweise Schlacke

9

11

Stein

Längliches, flaches Fragment eines radial oxidierten Steins (anstehender Fels?)

10

11

Schlacke

Eisenschlacke?

11

11

Schlacke

Dünnes Stück, möglicherweise Schlacke

12

11

Holzkohle

Kleine Holzkohlefragmente

13

13

Stein

Rundlicher Schotterstein

14

13

Holzkohle

Holzkohleprobe

15

11

Schlacke

Vitrifizierte Steine, durch Flussschlacke zusammengebacken (siehe Abb. 9)

16

13

Holzkohle

Holzkohleprobe

17

11

Holzkohle

Kleine Holzkohlefragmente vermischt mit Erde / alter verbrannter Grasnarbe (Probe SUERC-30895)

18

11

Holzkohle

Holzkohleprobe

19

17

Holzkohle

Holzkohleprobe

20

11

Schlacke

Stücke von Eisen(?)-Schlacke mit Steinen

21

16

Holzkohle

Holzkohleprobe, groß (Probe SUERC-30896)

22

11

Holzkohle

Holzkohleprobe, groß (Probe SUERC-30897)

23

11

Holzkohle

Holzkohleprobe, groß, unterhalb des Wallkörpers (Probe SUERC-30901)

24

11

Holzkohle

Holzkohleprobe, groß, unterhalb des Wallkörpers (Probe SUERC-30902)

   

Abb. 9: Stück vitrifizierten Materials mit Flussschlacke, Originalabmessungen ca. 15x10x10 cm

Fundauswertung

Die meisten Funde sind entweder auf der Fundstelle ungewöhnlich wirkende Steine (FN 1, 3, 4, 5, 6, 7, 9, 13), z.B. rundliche Schottersteine oder größere Stücke von weißem Quarz (weißer Quarz kommt lokal vor, aber gewöhnlich nur in sehr dünnen Bändern von weniger als 3 mm Dicke), Holzkohle (FN 12, 14, 16, 17, 18, 19, 21, 22, 23, 24), die als Probe für 14C-Datierungen entnommen wurde, oder vitrifiziertes Material bzw. Schlacke (FN 8, 10, 11, 15, 20), die großteils aus den am stärksten verbrannten / vitrifizierten Bereichen des Wallkörpers stammt. Auf Basis  oberflächlicher Betrachtung könnte es sich dabei um Eisenschlacke handeln (eine genauere Analyse steht derzeit noch aus). Die einzige Ausnahme davon ist FN 2, bei der es sich eindeutig um die Überreste einer neuzeitlichen Konservendose handelt, vermutlich aus den letzten ca. 30 Jahren, die direkt in CN 6, der neuzeitlichen Feuerstelle an der Südwestecke von Schnitt 2 unmittelbar unterhalb der Grasnarbe aufgefunden wurde.

Das völlige Fehlen von Knochenfunden ist nicht überraschend, da der Boden auf Moel y Gaer Llanbedr D.C. sauer ist und sich Knochen daher relativ rasch spurlos auflösen. Die vollständige Abwesenheit von Keramik, obgleich keine sicheren Schlussfolgerungen zulassend, weist darauf hin, dass die Wallanlage auf der Fundstelle in die Eisenzeit datiert, wenigstens der wohl als erstes errichtete, innere Wall. Keramik ist generell in der walisischen Eisenzeit eher selten und insbesondere die Früheisenzeit zwischen ca. 7. und 5. Jahrhundert v. Chr. in Wales scheint weitgehend akeramisch zu sein (Davies & Lynch 2000, 199-200). Daher kann allein auf Grund des völligen Fehlens von Keramikfunden, bereits vorsichtig, auf eine Datierung des inneren Walls von Moel y Gaer Llanbedr D.C. in etwa diesen Zeitraum geschlossen werden.

Datierung

Da keinerlei chronologisch auswertbare Funde vorlagen, war die Datierung nur mittels naturwissenschaftlicher Datierungsverfahren möglich. Zu diesem Zweck wurden im Sommer 2010 5 Proben (FN 17, 21, 22, 23 und 24) dem SUERC-Labor in Glasgow zur Datierung übermittelt[6]. Die Resultate der Datierungen (SUERC report 22172) sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst (siehe auch Abb. 10).

Fundnr.

CN

SUERC-Probennummer

Datierung (nicht kalibriert)

Datierung (kalibriert 2Σ)

17

11

SUERC-30895

 2325 ± 35 BP

510-350 v. Chr., 290-230 v. Chr.

21

16

SUERC-30896

 2485 ± 35 BP

780-480 v. Chr., 470-410 v. Chr.

22

11

SUERC-30897

 2490 ± 35 BP

780-480 v. Chr., 470-410 v. Chr.

23

11

SUERC-30901

 2510 ± 35 BP

800-510 v. Chr.

24

11

SUERC-30902

 2510 ± 35 BP

800-510 v. Chr.

Abb. 10: Kalibrierte Daten der 5 Holzkohleproben von Moel y Gaer Llanbedr D.C. (SUERC report 22172)

Auf Basis der kalibrierten 14C-Daten bestätigt sich die aus dem Fehlen von Keramikfunden bereits grob erschlossene Datierung der inneren Wallanlage von Moel y Gaer Llanbedr D.C. in den Zeitraum vom 8. bis 5. Jahrhundert vor Christus. Leider fallen diese Daten ins früheisenzeitliche 14C-Plateau, sodass auch durch die 14C-Datierung keine genauere Datierung der Anlage möglich ist, als bereits auf Grund des Fehlens von Funden vermutet werden konnte. Wenigstens jedoch kann diese Datierung damit als gesichert gelten.