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Moel y Gaer Llanbedr Dyffryn Clwyd 2009 - Kontexte und Stratigraphie

Bewertung:  / 6
SchwachSuper 

Kontexte und Stratigraphie

Schnitt 1

In Schnitt 1 wurde am 27.7.2009 mit dem Abheben der Grasnarbe (wo vorhanden) begonnen. Die Wiederverfüllung des Schnitts und Restauration des Walls begann am 13.8.2009 und wurde am 18.8.2009 abgeschlossen. Die folgenden Kontexte wurden während der Grabung in Schnitt 1 dokumentiert:

CN

Beschreibung

9

Moderne Grasnarbe

10

Dunkelbraune Erde, teilweise durchmischt mit länglichen Steinfragmenten außerhalb (N) des Wallkörpers

11

Rotbrauner Sand, vermischt mit stark verbrannten, länglichen Schieferfragmenten, bildet den Wallkörper

12

Trockensteinmauer / Fundament, bestehend aus grob verlegten Blöcken (ca. 20x10x10 -50x20x20 cm) aus grauem Schiefer / Schlammstein

13

Ca. 10x5x2 - 30x10x4 cm große Schieferfragmente, sehr ähnlich dem anstehenden natürlichen Fels (CN 3), Nivellierung (?)

14

Vermischte braun-graue und orange-rote Erde mit länglichen Schieferfragmenten / obere Schicht des Blendmauerversturzes

15

Bräunlich-gelber Lehm, teilweise vermischt mit länglichen Schieferfragmenten, alter Boden durchmischt mit Fragmenten des verwitternden / erodierenden natürlichen Untergrundes (CN 3).

16

Versturz der in Trockensteintechnik errichteten Blendmauer des Walls, hauptsächlich bestehend aus ca. 20x10x10 - 50x20x20 cm großen Blöcken grauen Schiefers / Schlammsteins

18

Blendmauer in Trockensteintechnik, hauptsächlich bestehend aus ca. 20x10x10 - 50x20x20 cm großen Blöcken grauen Schiefers / Schlammsteins

19

Dunkel purpur-rötliche sandige Erde, vermischt mit stark verbrannten Schieferfragmenten und Blöcken vitrifizierten Materials / Schlacke

20

Schwarze (verbrannte) alte Grasnarbe mit bedeutendem Anteil an Holzkohlefragmenten

3

Anstehender Fels (Ausbiss von Schiefer / Schlammstein in ca. 2 - 4 cm starken Bändern, teilweise erodierend und leicht, in ca. 10x5x2 - 30x10x4 cm Fragmenten, abbrechend)

 

Die stratigraphische Sequenz in Schnitt 1 (Abb. 5) besteht hauptsächlich aus einem einphasigen, mit einer in Trockensteintechnik errichteten Blendmauer verkleideten, (CN 18) Wall, der großteils aus stark verbrannten (CN 11) und teilweise vitrifizierten (CN 19) Schieferfragmenten, teilweise durch Flussschlacke verklebt, errichtet wurde. Das für die Errichtung des Wallkörpers verwendete Material ist dem lokal anstehenden Fels sehr ähnlich. Der Wall liegt teilweise auf der verbrannten alten Grasnarbe (CN 20), die wiederum teilweise auf natürlich anstehendem Fels (CN3) und zum Teil auf braun-gelb-lehmigem Unterboden (CN 15) aufliegt, unter dem der gewachsene Feld ansteht. Interessanterweise zeigen weder der anstehende Fels (CN 3) noch der braun-gelbe Unterboden (CN 15) irgendwelche Hinweise von Hitzeeinwirkung, weder unter- noch außerhalb des Bereichs in dem der Wallkörper angetroffen wurde (Abb. 5). Die Blendmauer ist in manchen Teilen des Schnittes verstürzt (CN 16) und von zwei Schichten aus vermischtem Material (CN 10, 14) überlagert.

Im südwestlichen Teil von Schnitt 1 wurde das Fundament einer (möglichen) Trockensteinmauer entdeckt (CN 12), das sich in Richtung von Schnitt 2, wo es ebenfalls beobachtet werden konnte, erstreckte. Dieses Fundament, ebenso wie die mögliche Nivellierung aus gebrochenem Schiefer (CN 13), die sich auch in Schnitt 2 fortsetzte, liegen ebenfalls auf der alten, verbrannten Grasnarbe (CN 20). Überlagert werden sowohl die Mauer / das Fundament (CN 12) als auch die Bruchsteinnivellierung (CN 13) von Material, das an dieser Stelle die Innenseite des Walls herab erodiert sein dürfte. Es entspricht in seiner Zusammensetzung sehr gut dem Material des Wallkörpers (CN 11) in Schnitt 1 und auch der orange-roten Erosionsschicht (CN 4) in Schnitt 2. Dies weist darauf hin, dass die Trockensteinmauer / das Fundament (CN 12) und die Bruchsteinnivellierung (CN 13) entweder vor oder gleichzeitig mit dem Wall errichtet wurden und später von Material, das vom Wall erodierte, verschüttet wurden.

Oberhalb aller Befunde in Schnitt 1 lag eine ca. 10 - 15 cm starke Schicht moderner Grasnarbe.

Abb. 5: Stratigraphische Sequenz in Schnitt 1

 

Abb. 6: Schnitt durch den Wallkörper (Blickrichtung nach Südosten), mit dem Unterboden (CN 15) und anstehendem Fels (CN 3) im Vordergrund. Deutlich erkennbar ist, dass diese keine Spuren von Hitzeeinwirkung zeigen, besonders im Vergleich mit dem eigentlichen Wallkörper (CN 11). Die Reste der Blendmauer (CN 18) sind links am Rand des Wallkörpers zu erkennen.

Schnitt 2

In Schnitt 2 wurde am 22.7.2009 mit dem Abhub der Grasnarbe begonnen. Die Wiederverfüllung des Schnitts begann am 10.8.2009 und wurde am 13.8.2009 abgeschlossen. Die folgenden Kontexte wurden während der Grabung dokumentiert:

CN

Beschreibung

1

Moderne Grasnarbe

2

Gelb-orange, sandige Erde, vermischtes, vom Wall erodiertes Material und Unterboden

4

Orange-rote, sandige Erde, vermischt mit großen Mengen verbrannter Schieferfragmente, vom Wall erodiertes Material

5

Gräulich-weiße, locker geschichtete Schieferfragmente, erodierter anstehender Fels (CN 3) vom Ausbiss im östlichen Teil von Schnitt 2

6

Schwarz verbrannte Erde mit geringem Anteil von Holzkohle, neuzeitliche Feuerstelle

12

Trockensteinmauer / Fundament, hauptsächlich bestehend aus ca. 20x10x10 - 50x20x20 cm großen Blöcken grauen Schiefers / Schlammsteins

13

Ca. 10x5x2 - 30x10x4 cm große Schieferfragmente, dem lokal anstehenden Fels (CN 3) sehr ähnlich, Nivellierung (?)

17

Schwarz-braune Schicht aus altem, verwesten / verbranntem Gras mit substantiellem Anteil von Holzkohle

3

Anstehender Fels (Ausbiss von Schiefer / Schlammstein in ca. 2 - 4 cm starken Bändern, teilweise erodierend und leicht, in ca. 10x5x2 - 30x10x4 cm Fragmenten, abbrechend)

 

Die stratigraphische Sequenz in Schnitt 2 (Abb. 7) besteht in erster Linie aus einer Trockensteinmauer / Fundament (CN 12; Abb. 8), die auch in der südwestlichen Ecke von Schitt 1 beobachtet werden konnte, sowie einer Schicht aus Bruchstein (CN 13) nordwestlich dieser Mauer, möglicherweise Resultat einer Nivellierung des Untergrunds, die ebenfalls in Schnitt 1 beobachtet werden konnte. Beide sitzen mehr oder minder direkt auf einer Schicht aus verwestem / verbranntem Grasboden mit substantiellem Holzkohleanteil auf (CN 17), die wiederum ihrerseits auf dem natürlich anstehenden Fels (CN 3) ruht. Überlagert werden die beiden Kontexte (CN 12, 13) durch eine Schicht orange-braunen Materials, das von der Innenseite des Walls aberodiert sein dürfte (CN 4). Diese Schicht wird wiederum teilweise durch eine Linse von fragmentiertem anstehendem Felsmaterial  (CN 5) überlagert, das vom Ausbiss des natürlich anstehenden Felses direkt östlich von Schnitt 2 erodiert sein dürfte. Der Großteil der Stratifikation in Schnitt 2 wird zusätzlich von einer dünnen Schicht gelb-oranger, sandiger Erde überlagert (CN 2), bei der es sich vermutlich um vom Wall abgeschwemmtes und mit dem Unterboden / Grasnarbe vermischtes Material vom Wallkörper  (CN 11) in Schnitt 1 handelt. In der südwestlichen Ecke von Schnitt 2 befindet sich innerhalb der Grasnarbe eine neuzeitliche Feuerstelle (CN 6), die mit größeren Steinen der gleichen Art wie sie auch für die Blendmauer des Walls (CN 18) und die Trockensteinmauer / Fundament (CN 12) verwendet wurden, umgeben ist. Die Stratifikation wird in Schnitt 2 in ihrer Gesamtheit von einer ca. 5 - 15 cm starken Grasnarbe überlagert.

Abb. 7: Stratigraphische Sequenz in Schnitt 2

Abb. 8: Die Trockensteinmauer / Fundament (CN 12) in Schnitt 2, Blickrichtung nach Nordosten