Moel y Gaer Llanbedr Dyffryn Clwyd 2009 - Forschungsgeschichte
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- Geschrieben von Raimund Karl
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Forschungsgeschichte
Moel y Gaer Llanbedr D.C. hat bereits im 19. Jahrhundert das Interesse antiquarisch tätiger Heimatforscher geweckt, allerdings haben nur sehr begrenzt Grabungen stattgefunden. 1849 hat der lokale Heimatforscher W. Wynne Ffoulkes eine acht Tage dauernde Grabungskampagne in der Anlage durchgeführt, während der er sechs kleine Schnitte geöffnet zu haben scheint (Wynne Ffoulkes 1850, 174-81; Forde-Johnston 1965, 148-9; Brown 2004, 72; Brooks & Laws 2008, 3; siehe auch Abb. 3). Sich hauptsächlich auf die Wallanlagen, den östlichen Eingang und einen kleinen Teil der Innenfläche unmittelbar südlich des Osteingangs konzentrierend schlussfolgerte Wynne Ffoulkes, dass die Torgasse mit kleinen Steinen gepflastert war. Er schlug auch vor, dass die innere Wallanlage (siehe Profilzeichnung auf Abb. 3, Profil an Punkt b des Plans genommen) entweder aus Stein errichtet oder wenigstens mit einer steinernen Blendmauer verkleidet war. Ebenfalls verzeichnete er eine Zone, in der größere Mengen hochgradig verbrannter Steine aufgefunden wurden (bei Punkt c am Plan, siehe Abb. 3), wo – so berichtet er – laut eines 'rustic', 'at this spot, two iron balls had been picked up some years ago, but he did not know what had become of them' (Wynne Ffoulkes 1850, 177-8). Seitdem wurde darauf basierend vorgeschlagen (Brown 2004, 72), dass dies entweder auf ein massives Schadfeuer im Bereich der Wallanlage oder eine wenigstens teilweise Vitrifizierung der Wallanlage hinweisen könnte; oder dass sich ein früherer Eingang in diesem Bereich befunden haben könnte, der später verschlossen wurde (Brooks & Laws 2007, fig. 9; 2008, 8-9). Ein Ziel der Ausgrabungen im Jahr 2009 war es zu untersuchen, ob dies tatsächlich der Fall war. Der einzige Fund, der während Wynne Ffoulkes Ausgrabungen anfiel, war ein Fragment römischer Keramik: 'well fabricated, and of a deep red colour, with the remains of glaze upon it, but so extremely rotten, as to bear no trace of what description of vessel it was a fragment' (Wynne Ffoulkes 1850, 176).
W. Gardner (1926) beschreibt chevaux de frise im zweiten Graben und an den Abhängen um die Anlage (cf. Brown 2004, 72; Brooks & Laws 2008, 3), allerdings konnten jüngere Begehungen der Fundstelle keine Hinweise auf die Existenz derartiger Konstruktionen erbringen (Brooks & Laws 2007; 2008).
Außer Wynne Ffoulkes (1850, 176) römischem Gefäßfragment und einer Anzahl von Streufunden, darunter einem bronzenen Ösenbeil (looped palstave) und einer bronzenen 'Axt', die laut Davies (1929; cf. Brown 2004, 72) bei einem Treffen der Cambrian Archaeological Association im Jahr 1854 in Ruthin gezeigt wurden, aber nun verloren sind, sind keine Funde von Moel y Gaer Llanbedr D.C. bekannt. Die beiden Bronzefunde, sollten sie tatsächlich von der Fundstelle stammen, könnten auf eine spätbronzezeitliche Besiedlung oder wenigstens Begehung der Fundstelle hindeuten (Brown 2004, 72). Dies kann jedoch nicht mit Sicherheit festgestellt werden, da die Funde nicht erhalten sind und ihre genaue Herkunft als fraglich gelten muss.
Abb. 3: W. Wynne Ffoulkes Zeichnungen von Moel y Gaer Llanbedr D.C. aus dem Jahr 1849 (Wynne Ffoulkes 1850, 174-5).
Erst jüngst, in den Jahren 2007 und 2008, wurden weitere archäologische Untersuchungen an der Fundstelle durch EAS Ltd. in Zusammenarbeit mit dem “Heather and Hillforts”-Projekt desDenbighshire CC vorgenommen, nämlich zwei Vermessungs- und Prospektionskampagnen (Brooks & Laws 2007; 2008). Eine weitere solche Kampagne erfolgte zeitgleich mit den beiden ersten Grabungswochen auf der Fundstelle, im Jahr 2009. Alle drei Kampagnen[2] verliefen äußerst erfolgreich und erbrachten nicht nur eine Reihe interessanter Ergebnisse, die ersten beiden boten außerdem eine wertvolle Grundlage für die Planung unserer Grabung.
Im Jahr 2007 wurde eine vollständige Vermessung der Fundstelle vorgenommen (Brooks & Laws 2007). Der Bericht enthielt eine Reihe interessanter Vorschläge zur möglichen Phasenabfolge der Baumaßnahmen auf der Fundstelle, inklusive der Möglichkeit der Existenz eines früheren Eingangs durch den inneren Wall in die Höhensiedlung an deren nordöstlichen Ecke. Ebenfalls konnten während dieser Vermessung diverse Beschädigungen der Wallanlage im nördlichen Bereich des östlichen Eingangs, durch die auf der Fundstelle gehaltenen Schafe, festgestellt werden. Starke Brandspuren bzw. Vitrifizierungen, die durch diese Beschädigungen freigelegt worden waren, konnten ebenfalls beobachtet werden und wurden vorläufig als Hinweis darauf gewertet, dass die Befestigungen der Höhensiedlung zeitweilig starker Feuereinwirkung ausgesetzt gewesen sind. Zusätzlich konnten auf der Innenfläche der Anlage 15 mögliche Hausterassen identifiziert werden, die sich hauptsächlich auf dem westlichen Abhang innerhalb der Wallanlage befanden, sowie eine Reihe von kleinen Steinbrüchen, hauptsächlich an der Innenseite des nördlichen Walls (Brooks & Laws 2007, 3-4).
2008 wurde ein Bereich, der sich von der Innenseite des Osteingangs über die innere Wallanlage und über einen Teil des nördlichen Wall-Grabensystems erstreckte, mit einer Reihe geophysikalischer Untersuchungmethoden erforscht. In diesen Untersuchungsbereich mit eingeschlossen war die durch Schafe beschädigte Zone, in der neuerlich stark verbranntes und teilweise vitrifiziertes Material beobachtet werden konnte (Brooks & Laws 2008). Die Arbeiten wurden durch EAS Ltd. mithilfe örtlicher Freiwilliger durchgeführt und konnten eine Reihe möglicher Befunde identifizieren, darunter einen möglicherweise ins Innere der Höhensiedlung führenden gepflasteren Pfad bzw. eine Straße, den Beobachtungen von Wynne Ffoulkes entsprechend (1850, 178), sowie eine Reihe möglicher Reste von Steinmauern – inklusive der Blendmauer – im Bereich der Wallanlagen.
Die Forschungsergebnisse der Kampagnen 2007 und 2008, insbesondere die Entdeckung einer außergewöhnlich großen und intensiven magnetischen Anomalie im nördlichen inneren Wall im Rahmen der geophysikalischen Untersuchungen 2008 (Brooks & Laws 2008, fig. 6) und die beobachtete Beschädigung der Wallanlage durch Schafe, eröffnete eine Reihe von Forschungsfragen und rechtfertigte gleichzeitig die Untersuchung durch Ausgrabung jenes Teils der Wallanlage, der am stärksten beschädigt und daher dringend reparaturbedürftig war. Die Höhensiedlung ist ein geschütztes, an sich kaum gefährdetes Bodendenkmal und archäologische Ausgrabungen ohne ausreichende Begründung sind daher gewöhnlich nicht anzuraten.







